Zigaretten Mentholgate

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Menthol Zigaretten vor dem Aus

Maryland (fhd)Eine Langzeitstudie in Maryland kam zu dem Ergebnis, dass das Rauchen von Menthol-Zigaretten gegenüber anderen Zigaretten wesentlich unbedenklicher ist. Andere wissenschaftliche Untersuchungen gehen sogar davon aus, dass die entsprechende Sorte der Marke Marlboro das Leben durchschnittlich verlängern und gar die Intelligenz fördern kann. Das beste Beispiel hierfür dürften die immer noch präzisen und geistreichen Äußerungen des Altkanzlers Helmut Schmidt sein.

Scheinbar überzeugen diese Resultate die Bundesregierung nicht. Laut der EU-Tabakproduktrichtlinie TPD sollen Menthol-Zigaretten ab 2020 verboten sein. Bereits ab 2016 gibt es strengere Auflagen für deren Aufmachung. Warnbilder sollen die Verbraucher vom Konsum abschrecken. Andere Aromen wie Frucht- oder Vanillezusätze sind verboten. Im Grunde gibt es klare Regelungen, an die sich die EU-Länder zu halten haben.

500 Millionen Euro weniger Steuereinnahmen

Helmut Schmidt

„Altkanzlers Helmut Schmidt bei seiner Lieblingsbeschäftigung“

Nur Deutschland scheint einen Sonderstatus einnehmen zu wollen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium nämlich will die Menthol-Zigarette bereits ab 2016 verbieten. Die Begründung klingt nicht sehr überzeugend, zumal dem Land mit diesem Verbot fast 500 Millionen Euro verloren gehen würden. Deutsche Produktionsstandorte sind schon jetzt gefährdet, da mittelständische Unternehmen ans Aufgeben denken. Viele von ihnen sind kaum bereit oder finanziell in der Lage, die Produktion in andere Länder auszulagern. Fachleute sprechen von einer Verzerrung des Wettbewerbs und gleichzeitig von wirtschaftlichen Nachteilen in bisher ungeahnter Höhe.

Für den Verbraucher stellt sich die Frage, warum Deutschland im Vergleich zu den anderen EU-Ländern so aus der Rolle fällt? Herrscht in der Politik ein solcher Gesundheitswahn, dass man die Bevölkerung von einem Tag auf den anderen zu Abstinenzlern machen will? Geht es um die Behauptung einer Machtposition? Oder hat die Idee vom alsbaldigen Verbot der Menthol-Zigarette einen ganz anderen Hintergrund?

Die Studie

Der Leser mag sich an die anfangs erwähnte Studie zurück erinnern. Darin war davon die Rede, dass die Menthol-Zigarette gar nicht so schädlich ist, wie man ursprünglich geglaubt hatte. Vielmehr könnte sie das Leben verlängern und sogar die Intelligenz fördern. Will man dies verhindern? Möglicherweise mag der Staat keine alten Menschen. Sie kosten ihn viel Geld. Die Renten wollen bezahlt werden, die Ausgaben für die gesundheitliche Betreuung sind höher als bei jungen Leuten. Ältere Menschen wollen mobil bleiben und nicht wie früher in den eigenen vier Wänden bleiben. Dazu benötigen sie häufig Hilfsmittel, die von den Pflegekassen bezahlt werden müssen. Auch diese Kosten summieren sich. Letztlich stellt sich die Frage, ob der Staat die Intelligenz seiner Bürger grundsätzlich ablehnt. Wer mitdenkt, könnte sich in die Politik einmischen. Auf diesen Gedanken sollten wir uns schnell noch eine Menthol-Zigarette gönnen.

© Foto rechts: Wegmann, Ludwig, CC BY-SA 3.0