RWE kauft die Sonne

© Fehldruck – Die erste Werbekampagne hat begonnen.

RWE will die Sonne kaufen
Spätestens ab 2018 kommt Erhebung einer Sonnengebühr

Essen (fhd) -Umweltbewusste Power-Generierung – darauf will der Essener Konzern RWE, weil er im Vergleich zum Vorjahr sinkende Gewinne zu verzeichnen hat, künftig noch gezielter setzen. Beides mit steigender Tendenz: Auf der einen Seite zeigen sich bei RWE zumindest im Bereich der erneuerbaren Energien deutliche wirtschaftliche Verbesserungen. Auf der anderen fährt die großbritannische Vertriebstochter NPower mindestens ebenso deutliche Verluste ein. Um seine Position als derzeit zweitgrößter deutscher Versorger-Riese nicht nur zu stärken, sondern auf Platz eins voRWEgzugehen, plant er demnächst einen Großeinkauf.

Schon jetzt gehören dem Energielieferanten Teile von Wind und Wasser. Und auch in den Gebieten von Kohlevorkommen mischen die Essener ganz vorne mit. Sogar in Peru. Dort lebt der Kleinbauer Saul Luciano Lliuya, der RWE nun auf Schadenersatz verklagt: Der Konzern soll wegen seines Braunkohleabbaus für die große Gletscherschmelze in den Anden verantwortlich sein.

Jetzt wollen die Manager der Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke, für die das Kürzel RWE steht, noch die Sonne erwerben.

Das Bundeskartellamt … aber nein, das hat ja gar nichts dagegen. Schließlich haben die Konzerne bereits Jahrzehnte lang schon erfolgreich Mondgestein-Förderung betrieben. Pfeif‘ auf den Mann, der da lebt! Dessen Identität scheint übrigens nun endgültig aufgedeckt. Denn dass der Raubbau so glatt über die Bühne gehen konnte, haben die Versorger dem US-Amerikaner Dennis Hope zu verdanken. Der hatte schon 1980 Besitzansprüche auf den Mond gestellt und erklärt: „Meine Luna!“ (Wem dieser Claim bekannt vorkommt, dem sei gesagt, dass die Essener davon später den Slogan „Meine RWE!“ ableiteten (Anmerkung der Redaktion).

Selbst wenn die Sache damals nicht ganz astrein war (und heute noch nicht ist) – unsere Energieriesen wurden damals trotzdem mit Hope handelseinig. Davon zeugen jetzt die armseligen Überreste der Mond-Kohle-Gewinnung in Form von Riesen-Kratern, die sogar von der Erde aus mit bloßem Auge erkennbar sind. Dennoch verkauft Hope seit 1995 hauptberuflich und äußerst erfolgreich weiterhin dort Grundstücke.

RWE kauft die Sonne

Jetzt wollen die Energieversorger dieses Husarenstück wiederholen. Diesmal ist der Geschäftspartner eine pfiffige Dame – eine Spanierin namens Ángeles Durán López. Die hat nun die Sonne nicht nur gepachtet, sondern im Jahre 2010 ebenfalls öffentlich als persönliches Eigentum deklariert. Drei Jahre danach hatte sie begonnen, Parzellen dieses heißen Pflasters bei ebay zum Preis von einem Euro pro Quadratmeter zu verscherbeln. Der Versicherungsanteil gegen Ausfälle wegen partieller oder gar totaler Sonnenfinsternis – kurz „Kalte SoFi“ genannt –, ist neben einer kostenlosen Schutzbrille sowie einer Version des Arbeiterliedes „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“ im MP3-Datei-Format als Dreingabe in dem Betrag bereits enthalten. Ein Grund mehr für RWE, wieder zuzuschlagen. Denn sobald der Deal über die Bühne ist, soll jeder Mensch auf dieser Erde gezwungenermaßen freiwillig daran beteiligt werden. Hierzu wird die Chefetage spätestens ab dem Jahr 2018 eine Sonnengebühr erheben, die sie – wie das Management versichert – mit Bedacht und nach Sozialplanvorgaben gerecht würfeln will.
Dass dieser anteilige Obolus sicherlich das Gemeinschaftsgefühl unter unserer Spezies stärken wird, ist dabei nur ein positiver Effekt. Der andere, noch viel wichtigere Aspekt wird in einer Presseverlautbarung erklärt: „Wir stellen damit die Sonne, die sonst nach dem landläufigen Verständnis nichts wert wäre, weil sie nichts kostet, auf ein hohes Ehrenpodest.“

Tarife

Es werden verschiedene Tarife angeboten wie: Sonne Light – Sonne Medium und Voll Sonne. Je nachdem welchen Tarif Sie buchen erhalten Sie mehr oder weniger Sonne zur Verfügung gestellt.