Oma und Drogen

Oma Gerda kämpft einen harten Kampf.

Oma Gerda will nicht das ihr immer eine Tüte angeboten wird!

München (fhd)Oma Gerda ist 76 und mit Recht stolz auf ihr Alter. Körperlich geht es ihr einigermaßen gut. Den Haushalt schafft sie noch allein, nur bei den schweren Arbeiten lässt sie sich helfen. Nachbar Heinemann schleppt ihr täglich das schwere Rad aus dem Keller. Das benutzt Oma Gerda, wenn sie einkaufen fährt.

Oma Gerda geht täglich einkaufen

Den Einkaufszettel schreibt Oma Gerda sehr leserlich, dann braucht sie keine Brille. Was würden die Leute sagen? Oma Gerda kauft täglich ein Päckchen Vollkornbrot, in Scheiben geschnitten. Ihre Dritten halten das aus. Außerdem braucht sie zwei Scheiben Käse, am liebsten vom Schaf, eine Scheibe fettlosen Schinken, hin und wieder ein Gläschen Marmelade und Hagebuttentee, portioniert und im Karton angeboten. Feste Rituale erleichtern Oma Gerda den Alltag. Sie ist freundlich, hat immer einen Scherz auf den Lippen. Nur einmal täglich wird sie wütend. Nämlich dann, wenn sie an der Kasse steht. Jedes Mal, wenn sie ihr abgezähltes Geld mit Schwung auf das Kassenband wirft, fragt die Kassiererin: „Möchten Sie eine Tüte?“ „Nein“, antwortet Oma Gerda dann ohne eine Erklärung. Sie reißt sich zusammen, dass sie nicht ausfallend wird. Wochen später schreibt sie eine Unterlassungsklage.

Oma Gerda gehe da mit positivem Beispiel voran

Marijuana und Cannabis

Der Stoff aus dem eine Tüte entsteht.

Eines Tages klingelt es an ihrer Wohnungstür. Als Oma Gerda öffnet, stehen ihr zwei Herren vom Umweltamt gegenüber. Oma Gerda erschrickt. Sie hat doch keinen Frevel begangen! Den Müll trennt sie seit Jahren. Ihre Kleidung ist öko. Sie trägt Schurwolle und Leinen, darin schwitzt man nicht. Die Herren vom Umweltamt beruhigen Oma Gerda. Sie sind da, um ihr eine Auszeichnung zu überreichen. Sie habe doch sicher davon gehört, dass die ganze Welt von Kunststoffmüll verdreckt ist. Selbst im Trinkwasser befinden sich kleinste Partikel. Die Bundesregierung hat sich dafür ausgesprochen, der Verschmutzung Einhalt zu gebieten. Der erste Schritt soll darin bestehen, in den Einkaufszentren keine Kunststofftüten mehr anzubieten. Oma Gerda gehe da mit positivem Beispiel voran. Es sei großartig, dass sie diesbezüglich sogar den Handel verklagt habe. „Einkaufstüten?“, fragt Oma Gerda. „Ich dachte, es geht um Drogen. Immerhin habe ich 55 Jahre gebraucht, um von Marihuana wegzukommen, war 6 Monaten clean und bin jetzt wieder rückfällig geworden.“

Unsere Redaktion drückt Oma Gerda ganz fest die Daumen damit sie diesen Kampf gewinnt.