Ohne Make-Up zu hässlich

Mann verklagt seine Frau, weil sie ihm ohne Make-up nicht gefällt

Algier (fhd) – Diese Geschichte spaltete bislang jede Nation: Ein Algerier soll seine frisch Angetraute am Morgen nach der Hochzeitsnacht erstmals ungeschminkt gesehen haben. „Er hat sie nicht wieder erkannt“, berichtet sein Freund gegenüber einer Lokalzeitung. Mehr noch: Er war in der irrigen Annahme, es handle sich bei dem Lebewesen im Bett neben ihm um einen einfältigen Einbrecher, den die Müdigkeit übermannt hatte. Doch dann – so der Bericht weiter –, habe er sein Eheweib über die Stimme identifizieren können. Leider konnte das jedoch nicht zur Beruhigung meines Freundes beitragen.“ Im Gegenteil. Zutiefst erschrocken über die schreckliche Wandlung hatte der neuvermählte Algerier einen schweren Schock erlitten. Dieser war dann in eine sogenannte Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) übergegangen, von der sich der Mann bis heute nicht erholt hat. Nun will er seine Frau verklagen: Nicht nur wegen Täuschung und Betrugs, weil sie ihm mit ihrem Make-up immer attraktiv erschien. Er will auch Schadenersatz. 20.000 Dollar sollen seine „psychologischen Probleme“ als tröstliches Seelenpflaster dienen und ihn heilen.

Der Mann hat Recht – seine Frau ist wirklich völlig inakzeptabel!

Die Reaktion der Menschen, die von der Story gehört haben: In der Regel stehen sie auf der Seite der Frau. Als Argumente werfen sie Sätze in die Waagschale, wie zum Beispiel „Der Mann ist doch selbst schuld, wenn er so oberflächlich ist.“

Nun, unsere Redaktion pflegt schon seit langer Zeit regelmäßigen Kontakt zu dem betreffenden Lokalblatt. Schließlich bedienen auch wir uns aus dem Fundus der gut unterrichteten algerischen Kreise. Deshalb hatten wir die Möglichkeit, ein heimlich aufgenommenes Foto der geplant-beklagten Ehefrau zu sehen. Danach vertraten wir die Meinung: Ja, der Mann hat Recht – seine Frau ist wirklich völlig inakzeptabel! Und weil sie ihm diese Tatsache vorenthalten hat, finden wir, dass sie sich mehr als strafbar gemacht hat. Da wir eine sehr mitteilsame Truppe sind, haben wir unsere Ansicht selbstverständlich auch öffentlich gemacht. Im Nachhinein gesehen war das vielleicht ein Fehler. Denn wir wurden mit dem übelsten Shitstorm in der Internet-Historie bestraft.

Es gab Gegenstimmen: Eine davon besagt, dass die Frau für die ganze Sache gar nichts könne. Sie habe die ganze Zeit über einen Schleier tragen müssen. Bevor die Beiden den Bund der Ehe schlossen, hatte der Bräutigam ja nur die (zugegebenermaßen stark geschminkten) Augen seiner Braut gesehen. Wie ein Sprecher des zuständigen Familienministeriums heute bekanntgab, hätte diese Aussage bereits ausgereicht, um dem Mann die Basis für eine erfolgversprechende Klage zu entziehen. Es gibt aber noch eine andere, sehr viel gewichtigere Version, die da lautet, dass die Frau ihren Gatten sogar mehrfach gewarnt habe. „Ich habe immer gesagt: Du bist Algerier und kein Schwarzer Afghane. Also, Mann, rauch‘ Pot, ich bin hässlich!“