Deutschland radikale Christen

(Quelle: dpa)

Wir (naja nicht alle) haben ein Problem mit radikalen Christen

Lange schienen politisierte Christen allein ein Problem der USA. Jetzt wagen sich jedoch auch in Deutschland reaktionäre Gläubige in die Öffentlichkeit. Das übergreifende Gebot aus dem Alten Testament ist die Liebe zum Mitmenschen, sei er Freund oder Feind. Davon ging man zumindest bis vor einiger Zeit aus, wenn man vom Christentum sprach. Dass sehr wohl ein Feindbild unter den Gläubigen die Runde macht, kam unserer Redaktion nun aus verlässlichen Quellen zu Ohren. Anhänger der Kirche sind Anhänger der AfD. Wir gehen näher auf das Thema ein.

Fünf Prozent der Kirchgänger sympathisieren mit der AfD

Wissenschaftliche Studien belegen, dass etwa fünf Prozent der Kirchgänger mit der AfD sympathisieren. Weshalb das so ist, lässt sich leicht erklären. Schon immer hat sich die Kirche gegen berufstätige Frauen ausgesprochen, gegen homosexuelle Beziehungen und gegen die Verwendung von Verhütungsmitteln. Und auch die, die anders denken oder an nichts glauben, wurden kritisiert. Man ist zwar tolerant, aber eben doch nicht so, als dass man Andersgläubige allzu nahe bei sich wissen möchte. Also meidet man in diesen Kreisen besser das Zusammentreffen mit Flüchtlingen.

Die Evolutionstheorie wird abgelehnt

Das Problem besteht darin, dass in der Öffentlichkeit kaum jemand von diesen Gedanken erfährt. Hinter den heiligen Hallen geht es eher leise und andächtig zu. Da ist es doch geradezu ein Bedürfnis, die Parolen auf offener Straße herauszuschreien. Damit man nicht so erbärmlich einsam auf weiter Flur steht, schließt man sich bestenfalls der AfD an und läuft auf deren Demonstrationen mit. Wer sich gestern noch als Christ ausgab, ist heute AfD-Anhänger. So eine kleine innere Reformation tut der Seele und der Kreativität im Allgemeinen gut. Die Evolutionstheorie wird in der Regel abgelehnt.

Das sagten sich auch einige Prominente wie der Journalist Matthias Mattusek oder Alexander Kissler, wobei Letzterer ein Zahlenmensch zu sein scheint. Er veröffentlicht auf seinem Facebook-Account in letzter Zeit verdächtig viele Artikel zum Thema „Gewalt durch Flüchtlinge“, die als Ausgangsmaterial für moderne Statistiken dienen könnten. Leider vergisst Kissler, diejenigen Gewalttaten zu erwähnen, die von rechter Seite aus gegen Flüchtlinge gerichtet sind. Alles in allem jedoch kommt es auf das große Ziel an: Man möchte konservativ und lautstark zugleich sein. Wer könnte das besser beweisen als ein christlicher AfD-Mitläufer? Den man geht von der absolute Irrtumslosigkeit der Bibel aus und in der Bibel steht nicht das Syrische Flüchtlinge in Deutschland Asyl erhalten sollen!